Archiv der Kategorie: Gedichte

Der Tod ist überall

Ich erwache,
der Tod an meiner Seite;


ich erschrecke,
der Tod ereilte meine Lieben;


ich denke,
der Tod hat ihn geholt;


ich lebe,
der Tod ist überall;


ich erwache,
der Tod war noch fern;


ich erschrecke,
der Tod wartet auf seine Zeit;


ich denke,
der Tod lässt ihn atmen;


ich lebe,
der Tod füllt meine Sorgen.

© Jan Jancik

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Die Kraft des Blickes

Die Kraft des Blickes,

Der mich stößt vom Thron der Sicherheit selbst;

Lässt meine Knie zittern,

Als sei ich fest im Griff der Klauen fester Hände;

Und Steinert mich zugleich,

Wie einen Toten, der erfroren, durch ihren eis’ gen Blick;

Für einen Atemzug,

Starr und fest gebunden, ohne Hoffnung auf ein Zurück;

Taub und zugleich hörig,

Den Worten ihrer Augen, die sprachen aus dem Nichts;

Gefangen bis ans Ende,

Da der Blick mich bannt, aus dem eignen Spiegel selbst.

© Jan Jancik


Ein Schritt in die Tiefe

Soll ich gehen,

Soll ich es wagen,

Ich will hören auf ihr Flehen,

Ich darf nicht verzagen;

All mein Leid,

All meine Sorgen,

Sind niemandes Neid,

Sind verschwunden am Morgen;

Ein Stich in mein Herz,

Ein Schritt in die Tiefe,

Wär nur ein weiterer Schmerz,

Wär nur einer von vielen,

Bin nicht alleine,

Bin auch nicht grausam,

Dennoch es mir scheine,

Dennoch aber einsam,

Wo bleibt der Sinn im Tod,

Wo ist der Sinn im Streben,

Ohne Hilfe in der Not,

Ohne Glück im Leben;

Ich entscheide mich nun,

Ich weiß doch bestimmt,

Wer muss es jetzt tun,

Wer ist es der nimmt.

© Jan Jancik