Archiv des Autors: X4Wien

Über X4Wien

Österreichischer Student an der Universität Wien, am Institut für Theater- Film- und Medienwissenschaft und der JKU Linz, am Institut für Rechtswissenschaft.

Makro Test Video – Canon EOS 550D

Kleine Honigbiene auf Blütenstaubsuche

Dadurch dass ich kein Stativ verwendet habe, ist das Ganze etwas verwackelt. Die korrekte Schärfe konnte nur erreicht werden indem ich die Linse in der richtigen Entfernung zum Motiv hielt, was ungefähr 4 cm waren. Schon Millimeter sind ausschlaggebend um die Einstellung unscharf werden zu lassen, weshalb eine perfekte Aufnahme mit dieser Methode kaum möglich ist.

Aufgenommen habe ich das Video mit einer Canon EOS 550D Spiegelreflexkamera und einem Canon EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 IS Kit-Objektiv. Für den Makroeffekt habe ich ein Canon EF 50mm f/1.8 II Objektiv umgekehrt an das Kit-Objektiv gehalten.

Für die volle Qualität am besten in Full HD 1080p abspielen.

Die Musik stammt von Maren Parusel („Don’t Take Your Eyes Away“) aus dem Album „Artificial Gardens“ (Requiemme Records)

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Nova Rock 2011

Otto – Wir haben Grund zum Feiern live @ Nova Rock 2011

Wolfmother – Woman, System of a Down – Chop Suey! + Feuerwerk

Beide Videos habe ich mit einem Samsung Wave S8500 in 720p aufgenommen.


Zeitreisen – Nur eine Frage der Zeit?

Der Begriff Zeitreise ist sehr weit. Manche sehen eine Zeitreise schon darin, in Erinnerungen an alte Zeiten zu schwelgen, eine psychische Zeitreise also. Wenn man daher auch solche Definitionen miteinbezieht, dann gibt es Zeitreisen schon seit Menschengedenken, bzw. seit dem Beginn des Lebens. Auch die Reise in die Zukunft ist dann selbstverständlich gegeben, nämlich durch unser bloßes „am Leben bleiben“. Dies soll jedoch nicht die Materie dieses Artikels sein. Was sich die meisten Menschen fragen ist, ob Zeitreisen, wie wir sie aus Romanen und Filmen kennen, möglich sind. Können wir mit einer Maschine weit in die Zukunft reisen oder gar unsere Vorfahren in der Vergangenheit besuchen? Erlaubt uns die Physik tatsächliche „Reisen“ durch die Zeit? Um es kurz zu halten: Ja, Zeitreisen sind möglich! Doch ein solches Vorhaben, beinhaltet schon fast selbstverständlich das Wörtchen „aber“. Denn nur weil Zeitreisen in der Theorie möglich sind, heißt es noch lange nicht, dass Zeittourismus bald zu einem neuen Trend wird. So will ich in diesem kurzen Artikel eine Zusammenfassung der wichtigsten Theorien und ihrer Probleme liefern, sodass sich ein jeder ein Bild über die Möglichkeiten von Zeitreisen machen kann.

Um Zeitreisen jedoch erstmal verstehen zu können, muss man unser Verständnis von Zeit überdenken und einen der entscheidendsten Beiträge dazu hat Albert Einstein geleistet. Schon 1905 hat er nachgewiesen, dass Zeit, genauso wie alles andere, relativ ist. Zeit bewegt sich nicht immer gleich schnell, wobei das nicht nur subjektiv wahrnehmbar ist. So ist die Zeit von Masse und ihrer Anziehungskraft, sowie von Geschwindigkeit abhängig. Je höher die Gravitation oder je schneller die Zeit, der wir ausgesetzt sind, desto langsamer vergeht die Zeit. Das ist nicht nur theoretisch bewiesen, es wird in der Praxis auch bereits umgesetzt. So müssen Satelliten, die die Erde umkreisen so programmiert werden, dass sie ihre Zeitwahrnehmung auf die der Erde, umrechnen. Dadurch dass die Zeit um die Satelliten, aufgrund ihrer Entfernung zur Masse der Erde und ihrer Geschwindigkeit bei der Erdumrundung, eine andere ist, reisen sie täglich 38 Mikrosekunden schneller durch die Zeit als wir und ihre Zeitmesser wären daher nie mit denen der Erde gleichgesetzt. Das würde zu enormen Ungenauigkeiten z.B. im GPS-Bereich führen.

Doch wirkt sich das auch auf uns Menschen aus? Ja, mit erhöhter Geschwindigkeit, läuft die Zeit auch für die Menschen langsamer und auch die Masse die uns umgibt spielt eine Rolle. So gibt es auch heute schon tatsächliche Zeitreisende, nämlich Kosmonauten wie z.B. der ehemalige Weltrekordhalter für die längste im Weltraum verbrachte Gesamtzeit Sergei Wassiljewitsch Awdejew
Als er nach über zwei Jahren Aufenthalt auf der Raumstation MIR wieder zur Erde zurückkehrte, war er um 0,02 Sekunden weniger gealtert als die Menschen auf der Erde. Der Grund dafür liegt darin, dass er sich im Gegensatz zu den Menschen auf der Erde, die sich mit 1666 km/h dreht, in einer Geschwindigkeit von 27.000 km/h fortbewegt hat. Es klingt nicht nach viel, aber es ist eine tatsächliche Zeitreise in die Zukunft. Doch damit wollten sich Physiker aber nicht zufrieden geben und haben unzählige Theorien und Methoden entwickelt, um ihrem Traum näher zu kommen.

Welche Theorien gibt es also, welche Möglichkeiten bieten sie und welcher Problematik stehen sie gegenüber? Sind ergiebige Zeitreisen nur noch eine Frage der Zeit oder strebt sich das Universum gegen solche Spielereien?

Als erstes gibt es die Theorie der Lichtgeschwindigkeit-Reise. Doch wie Einstein schon vor einem Jahrhundert feststellte, gibt es nichts, das schneller als Lichtgeschwindigkeit ist, das erlaubt die Physik der Natur nicht. Es genüge jedoch nahe der Lichtgeschwindigkeit zu reisen um Reisen in die Zukunft zu ermöglichen. Man könnte daher mit Hilfe einer solchen Maschine in 10 Jahren zu einer Erde zurückkehren, auf welcher in der Abwesenheit 100 Jahre vergangen waren. In CERN wurde daher eine solche „Zeitmaschine“ sogar schon verwirklicht. In deren Teilchenbeschleuniger, dem  Large Hadron Collider  werden Partikel auf eine Geschwindigkeit von 297000 km/s (~1.070.000.000 km/h) beschleunigt, wodurch z.B. die Lebensdauer extrem kurzlebiger Partikel, wie Pionen, oder π-Mesonen genannt, die nur eine Lebensdauer von etwa 2,6*10-8 Sekunden (26 Billionstel einer Sekunde) haben, durch die extreme Beschleunigung, um das 30-fache gesteigert wird. Eine Zeitreise in die Zukunft ist also absolut möglich, sofern man eine Möglichkeit findet Menschen in einer solchen Geschwindigkeit zu transportieren. Der bisherige Geschwindigkeitsrekord beim Transport von Menschen liegt bei 39.897 km/h, erreicht mit der Landekapsel der Apollo 10, bei ihrem Wiedereintritt 1969. Von Lichtgeschwindigkeit ist die heutige Technik also noch weit entfernt und eine Reise wieder zurück in die Vergangenheit wäre mit dieser Methode auch ausgeschlossen.

Eine weitere Möglichkeit der Zeitreise eröffnen kosmische Strings. Nach dieser Theorie gibt es im Universum kosmische Strings, die noch vom Urknall übrig geblieben sind und nun im Universum herumschwirren. Sie sind unendlich, schmaler als ein Atomkern und man kann sie nur auf theoretischer Basis beweisen. Gemäß dieser Theorie meint der Astrophysiker Richard Gott, könne man mithilfe zweier solcher Strings jeden Ort, zu einer beliebigen Zeit besuchen. Das Problem ist, neben der Tatsache, dass solche Strings noch nicht bewiesen werden können, die Tatsache, dass man etwa die halbe Masse unserer Galaxie benötigen würde um nur ein Jahr in der Zeit zurückreisen zu können. Falls jemals eine Gesellschaft eine solche Energie beherrschen sollte und sollte es kosmische Strings tatsächlich geben, könnte man in die Vergangenheit zurückreisen, doch zuvor muss man auf andere Theorien zurückgreifen.

Nur um zwei wichtige Errungenschaften im Zeitreisen-Bereich nicht zu vergessen, sollte man Kurt Gödel und Frank J.Tipler erwähnen. Gemäß Gödels Theorie wäre das gesamte Universum eine einzige Zeitmaschine, wenn es rotieren würde. Dadurch könnte man auch ohne Lichtgeschwindigkeit in die Zukunft, oder in die Vergangenheit gelangen. Dadurch, dass sich das Universum jedoch nicht dreht, ist diese Theorie nicht anwendbar. Sie hat jedoch neue Denkweisen eröffnet. Fast alle zukünftigen Wissenschaftler arbeiteten daher mit Gödels Gedanken der Rotation weiter, wenn auch auf anderen Ebenen. So auch Frank J. Tipler, der eine Theorie aufstellte in welcher man statt dem gesamten Universum ein einzelnes Objekt zum rotieren bringen müsste und damit Zeitreisen zu ermöglichen. Dazu müsste man aber mindestens 20 Neutronensterne aneinanderreihen und eine Kapsel perfekt koordiniert in einer Schleife drehen lassen. Dieses Prinzip würde eine Reise in die Vergangenheit ermöglichen, was von mehreren Wissenschaftlern bestätigt wurde. Doch sollte es jemals möglich sein Neutronensterne über Lichtjahre zu transportieren, bleibt immer noch die Schwierigkeit diese nicht kollidieren zu lassen und somit schwarze Löcher zu verhindern und zusätzlich alle 20 Sterne synchron rotieren zu lassen. Wenngleich mathematisch und physikalisch korrekt, ist auch diese Methode nicht praktikabel.

Dazu muss man eine wesentliche Sache bedenken. Für fast alle Theorien von Zeitmaschinen die in die Vergangenheit zurückreisen könnten, gilt, dass man nur zu dem Zeitpunkt in der Vergangenheit zurückreisen könnte an welchem die Materie in Schwingung gebracht wurde, also nur zu dem Zeitpunkt der Erschaffung der Zeitmaschine selbst. Die einzige Möglichkeit in unsere Vergangenheit zurückzureisen, wäre also erst dann gegeben, wenn es eine Zeitmaschine schon längere Zeit gäbe, eventuell in einer anderen Galaxie, erschaffen durch eine andere Zivilisation.

Ähnlich wie schon Tipler, versuchen auch viele andere Wissenschaftler Teile des Universums selbst dazu zu verwenden Zeitreisetheorien aufzustellen. Einige davon sind schon aus Science-Fiction Filme bekannt, werden jedoch auch von renommierten Wissenschaftlern als Basis für reelle Zeitreisen verwendet. Die Rede ist von Wurmlöchern und schwarzen Löchern. Die letzteren Spielen zwar eine geringere Rolle, da zwar manche annehmen, man könnte in schwarzen Löchern, hervorgerufen durch ihre extreme Anziehung und Rotation in der Zeit zurückreisen, doch aufgrund des großen Gefahr durch das schwarzes Loch bloß auf der Stelle verschlungen werden, ohne je herauszukommen, wird diese Methode meist verworfen. Fakt ist, schwarze Löcher sind bisher zu wenig erforscht, bzw. mit unserer Technik kaum erforschbar und zählen zu den größten Geheimnissen unseres Universums, wodurch wir deren Materie kaum für Zeitreisetheorien nutzen können. Der weitaus interessantere Aspekt der Zeitreiseforschung ist der der Wurmlöcher (benannt durch die Metapher, das Universum wäre ein Apfel und ein Wurm hätte sich durch diesen hindurch gebohrt), doch auch diese bestehen bisher bloß in der Theorie. Durch diese könnte man aber ohne Zeitverlust von einem Ort an einen anderen reisen und manche Wissenschaftler behaupten mithilfe von Wurmlöcher parallele Universen zu erreichen. Es wird angenommen es gäbe sogar solche Wurmlöcher, doch man kann es nicht beweisen. Es könnte auch sein, dass diese zu klein wären um hindurch zu reisen oder, dass man durch die schiere Energie zerfetzt würde, wenn man durchfliegen wollte. Gemäß Wissenschaftler Kip Thorne könnte man Antimaterie dank ihrer Antigravitation dazu verwenden Wurmlöcher daran hindern wieder zusammenzubrechen. Doch auch hier spielt das Thema Energie eine große Rolle. Auch wenn viele meinen Antimaterie, bzw. Antigravitation existiere nicht, bräuchte man, falls es diese Elemente tatsächlich geben sollte, unglaubliche Mengen an Energie um genügend Antimaterie zu erzeugen um ein Wurmloch künstlich entstehen zu lassen und jemanden durch dieses hindurchzuschicken.

Nachdem die bisherigen Theorien Zeitreisen erst einer zukünftigen Superzivilisation ermöglichen würden, stecken viele ihre Hoffnungen in die Computerindustrie. Dank immer leistungstärkeren Rechnern und ausgeklügelteren Programmen, die uns heute eine Technik bieten, die sich noch vor 100 Jahren niemand hätte träumen lassen, könnte eine komplette Welt simuliert werden. Man könnte daher unzählige Welten perfekt nachprogrammieren und unsere eigene Geschichte entfalten lassen. Wenn man die gesamte Menschheit, gemäß unseres eigenen Vorbildes einprogrammieren könnte, könnte man demnach auch in der Geschichte vor und Zurückreisen, da das Programm dementsprechend alle Geschehnisse voraus- und rückrechnen würde. Dazu entstünden unzählige Parallelwelten, die uns ein Bild der eigenen Welt präsentieren könnten. Dies wäre keine reale Zeitreise für einzelne Menschen, aber es würde uns einen Blick in die Zukunft oder die eigene Vergangenheit ermöglichen ohne dass wir darin eingreifen könnten. Dadurch dass es sich dabei jedoch um eine bloße Simulation handeln würde, und daher nur eine von unendlich vielen Variationen darstellen würde, bliebe es an einem jedem selbst sich die eigene Wahrheit herauszusuchen.

Diese Methode ähnelt auch stark der Theorie von parallelen Universen, einer Theorie, die der Quantenphysik entstammt und besagt, dass es unendlich viele parallele Universen gibt, die jede mögliche Variation, jeder mögliche Entscheidung darstellen. Das beginne schon in kleinem Rahmen, so würde es z.B. zwei Universen geben, wenn man eine Münze wirft. In der einen bekäme man Kopf, in er anderen Zahl und da jede Sekunde unzählige solcher Entscheidungen fallen, kann man sich denken wie viele solche Paralleluniversen es gemäß dieser Theorie geben muss. Sie spielt aber auch eine große Rolle bei Zeitreisen. So würde man, wenn man durch die Zeit reist, keine andere Zeit in der vierdimensionalen Raumzeit erreichen, aber ein anderes Paralleluniversum. Dadurch würde man auch Zeitreiseparadoxa vermeiden. Diese sind Gedankenspiele, die gegen eine Reise in die Vergangenheit sprechen, da sie diese unmöglich machen. Das bekannteste Beispiel ist das Großvaterparadoxon, dass die Frage aufwirft, was passieren würde, wenn man in die Vergangenheit reisen und seinen eigenen Großvater töten würde. Würde man verschwinden? Wer hätte ihn umgebracht, wenn der Mörder durch den Tod des Opfer nicht existieren würde?



Es ist ein Widerspruch, ein Paradoxon eben und scheinbar oder tatsächlich unauflösbar. Gemäß Steven Hawking wäre eine solche Reise in die Vergangenheit genau aus diesem Grund nicht möglich. Die Physik würde dies verhindern und im Falle eines solchen Versuchs die Zeitreisemaschine zerstören und eventuell sogar eine Singularität hervorrufen. Genau diesen Problemen wirkt die Theorie der parallelen Universen entgegen. Sollte man also in die Vergangenheit reisen, würde man nicht im eigenen Universum landen und töte man anschließend seinen Großvater würde nichts weiter passieren, da man bloß das entstehen seines Egos im Paralleluniversum verhindert hätte, im eigenen Universum wäre der Großvater nicht umgebracht worden.

Es gibt aber auch ganz andere Beispiele von Zeitreisen und diese haben laut mancher Verschwörungstheoretiker und Geschichtswissenschaftler sogar schon stattgefunden. So leben Zeitreisende angeblich sogar schon unter uns. Einer der berühmtesten Zeitreisenden ist der Graf von Saint Germain, der angeblich lange vor seiner möglichen Geburt und nach seinem offiziellen Tod gesichtet worden sei, zu Lebzeiten (geb. unbekannt; gest. 1784) die ganze Welt bereist haben, immer wie ein 50-jähriger ausgesehen und immer wieder von Computern, Autos und Flugzeugen berichtet haben soll. (nähere Infos hier) Ein weiterer Zeitreisender, diesmal eine Frau, soll mit einem Handy am Ohr, bei der Premiere zu Chaplins Film Circus 1928, sogar gefilmt worden sein (siehe Video). Es gibt unzählige weiterer solcher Theorien, die meist berühmte Begebenheiten wie z.B. das Versinken der Titanic miteinbeziehen. Doch inwiefern diese Theorien der Wahrheit entsprechen ist sehr fraglich, aber zumindest unterhaltsam und interessant.

In diesem Zusammenhang ist auch ein weiteres, nicht vernachlässigbares Element vieler Verschwörungstheorien zu erwähnen: Außerirdische. Ohne dieses Thema groß auszubreiten, ist  anzumerken, dass es in unserem Universum mehrere 100 Milliarden Galaxien gibt und unsere Galaxie, die Milchstraße wiederum mehrere 100 Milliarden Sterne beinhaltet, von denen die meisten größer als unsere Sonne sind. Und wenngleich es uns oft seltsam erscheint realistisch von Außerirdischen zu reden, wäre es doch etwas anmaßend zu behaupten, wir seien in einem solchen gewaltigen, für unser Verfassungsvermögen unfassbaren, Umfeld die einzigen intelligenten Lebensformen. Es bleibt also immerhin noch die reelle Möglichkeit, dass am anderen Ende des Universums eine andere Zivilisation über die technischen Mittel verfügt eine Zeitmaschine herzustellen. Sollte dies der Fall sein und hätte sich dies schon vor mehreren tausend Jahren unserer Zeitrechnung zugetragen, wäre es dank deren Technik tatsächlich möglich auch in unsere eigene Vergangenheit zu reisen. Doch das ist auch nur ein weiteres Gedankenspiel, welches eine weitere Möglichkeit bietet, aber heute noch sehr unwahrscheinlich scheint und von den meisten Menschen als Humbug abgetan wird.

Zusammenfassend kann man also folgendes schlussfolgern: Ja, Zeitreisen sind möglich, ihr größtes Problem ist aber nicht die Zeit, sondern vor allem unser Mangel galaktische Energien zu kontrollieren und somit die Zeit zu beherrschen. Diese ist nämlich nur eine weitere Dimension und genauso relativ wie Raum. Doch um durch die Zeit, bzw. Raumzeit, reisen zu können, bräuchte man eine Technik, die die Möglichkeiten unserer Gesellschaft und vielleicht sogar unseres gesamten Wesens übersteigt. Solange die Menschen die Galaxien nicht beherrschen lernen oder wir Besuch von einer Lebensform bekommen, die unsere Vorstellungen vom Universum und seinen Möglichkeiten neue ordnet, wird die Reise durch die Zeit weiterhin ein Traum bleiben, zumindest solange, bis jemand das Gegenteil beweist.

Dies war nur eine besonders kurze Zusammenfassung zum Thema Zeitreisen. Es soll nur einen kleinen Einblick in die Materie ermöglichen und umfasst bei weitem nicht das gesamte Gebiet. Es gibt noch viele weitere Theorien diesbezüglich und die angeführten habe ich nur sehr oberflächlich und vereinfacht behandelt. Wer sich mit einzelnen oder allen dieser Theorien näher auseinandersetzen will, findet genügend Material im Internet, Artikeln oder Büchern. Besonders empfehlenswert ist auch die Diplomarbeit zu diesem Thema von Tajmel Tanja (Zeitreisen [Dipl.], Graz 1999), da sie das Thema ausführlich behandelt hat und auch sehr viel Literatur anführt, falls man Interesse hat sich näher damit zu befassen.

Jan Jancik

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Gourmet

Unter einem sternenklaren Nachthimmel sah man einen jungen Mann mittleren Alters die engen Gassen der kleinen Stadt seinen Weg nach Hause bahnen. Nach einem feuchtfröhlichen Abend empfand er es besonders erfrischend die kühle und feuchte Sommernacht zu genießen. Er wankte leicht und stolperte immer wieder über den unebenen Pfad. Er war neu in der Stadt kannte die Straßen des kleinen Ortes aber schon nahezu auswendig. Sein großartiger Orientierungssinn hatte ihm schon einige Male Vorteile verschafft. Aber diese Nacht schien anders zu verlaufen. Die Umgebung wirkte bekannt, aber er konnte die Häuser nirgends zuordnen. Er fragte sich, ob es am Alkohol lag, aber verwarf diesen Gedanken sofort, da er seine Wohnung schon öfters unter diesem Einfluss gefunden hatte. Bald wurde ihm bewusst, dass er sich mit Sicherheit verirrt hatte. Er musste in einem kurzen Augenblick der Unachtsamkeit einmal falsch abgebogen und so auf einen der wenigen ihm unbekannten Wege gelangt sein. Er suchte nach Anhaltspunkten, die ihm verraten könnten, wo er sich befände, aber nach jedem weiteren Schritt kam ihm die Gegend seltsamer vor. Es war als ob er eine völlig fremde Stadt besucht hätte und sich von neuem zurecht finden müsste.
Kurz bevor er sich entschloss umzukehren, öffnete sich etwa zwei Meter vor ihm eine Tür. Aus dieser traten drei wohlgekleidete Herren und unterhielten sich angeregt. Ihr Gesprächsthema konnte er nicht erahnen, aber er sah wie sie ihre Bäuche rieben und immer wieder seufzten. Schnell verspürte er selbst den Drang nach etwas Kostbarem. Vorsichtig öffnete er die unscheinbare Tür und warf einen haschen Blick ins Innere des Gebäudes. Doch bei diesem kurzen Blick blieb es nicht, denn schon der erste Schein des ungewöhnlichen Lichtes, das sein Antlitz beschien lockte ihn so sehr, dass er nicht davon abließ. Es bat sich ihm eine Szenerie wie er sie nur aus Erzählungen kannte. Seine Neugier verband sich mit angetrunkenem Mut und ließ ihn eintreten. Mit zierlichen Schritten wagte er sich etwas weiter durch den Raum. An den Wänden waren rote Tapeten mit unbekannten Symbolen und Zeichen hochgezogen. Er hörte viele verschiedene Stimmen, die jedoch nicht versuchten sich gegenseitig zu übertönen, sondern ihre Gespräche in angenehmer Tonlage, fast flüsternd führten. Er tappte weiter und konnte schon bald einige Tische mit Gästen erkennen, die alle gut gelaunt beisammen saßen. Sie hatten noch keine Speisen bekommen, aber erwarteten diese, da sie ihr Besteck schon erhalten hatten. Langsam bekam der ungeladene Besucher einen Überblick über das gesamte Lokal. Das ganze Restaurant schien in vollem Betrieb zu sein, fast alle Tische waren besetzt und die wenigen, die frei geblieben waren, waren reserviert. Auch hier waren die Wände mit dunkelroten Tapeten mit den seltsamen Zeichen tapeziert. Die kunstvoll verarbeitete Decke brachte prächtige Fresken zum Vorschein, die seltsamerweise ebenso rot bestrichen waren. Über den Boden war ein prunkvoller Teppich ausgebreitet, der jeden Zentimeter bedeckte und sich so der Umgebung würdevoll anpasste. Die handgefertigten Ebenholztische waren mit roten, mit Gold bestickten, Tischtüchern bedeckt. Die Stühle, die aus demselben Holz wie die Tische bestanden, waren hervorragend auf die meist gewichtigen Gäste vorbereitet und wurden durch wohlgeformte Polsterbezüge perfektioniert. Jeder Tisch hatte einen eigenen Abteil, der die anderen Gäste durch eine dezente aber wirkungsvolle Trennwand voneinander abgrenzte. Doch die innenarchitektonische Vollendung erlangte der Raum durch die mit der roten Umgrenzung korrelierende Beleuchtung durch unzählige Kerzen. An jedem Tisch standen zwei breite Kerzen und an den Wänden hangen in jedem Gästebereich drei weitere. Das danach noch fehlende Licht, strahlte von zwei großen Kerzenleuchten, die an zwei dazu gefertigten Fresken an der Decke, die zwei Hände darstellten, die den schweren Leuchter zu halten schienen, herab.
Es war ein simples, aber doch so elegantes und vor allem atmosphärisches Restaurant, in dem man sich zu wohl fühlte, um es zu verlassen. Doch es musste etwas zu verbergen haben, denn sonst, so dachte sich der erstaunte neue Besucher, müssten sie sich nicht hinter einer so schäbigen und unscheinbaren Fassade verstecken. Dieser Gedanke brachte ihn auch wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Er befand sich in einer geheimen Gaststätte und wartete darauf als ungeladener Gast entdeckt zu werden. Aber gerade als er sich zurückziehen wollte, kam aus einer kleinen schlichten Tür am anderen Ende des Raumes ein Mädchen. Es war schwarz gekleidet und hatte zwei Teller mit Gerichten in der Hand. Es blickte kurz auf und sah ihm flüchtig in die Augen. Er erstarrte. Durch den Promillewert im Blut ließ ihn ihre bloße Anwesenheit und ihr kühles Auftreten schon Schauer über den Rücken laufen. Obwohl sie ein freundliches und liebliches Antlitz hatte und simpel aber wunderschön gekleidet war, fühlte er sich dennoch unwohl. Ihre weiche Haut und ihre geschmeidigen glatten hellbraunen Haare umrahmten den märchenhaften Schimmer in ihren Augen, der das Herz eines jeden wärmte, den sie ansah. Sie war eine Schönheit, wie er sie nur aus Sagen kannte. Sie schien so zart und zerbrechlich wie eine Porzellanstatue, wirkte durch ihr Auftreten dennoch stark und selbstbewusst. Jeder Gast fühlte sich wohl bedient und vertilgte die Speisen, die sie ihnen vorlegte noch genüsslicher, als er sie durch den Raum gehen sah. Allein der neue Gast blieb, vor Schreck erstarrt, stehen und hoffte als einziger, nicht von ihr bemerkt zu werden.
„Guten Abend.“
„Guten Abend“, wiederholte sie, betont.
Ihre erste Begrüßung war an ihm vorbeigeflattert, als sei es nur ein unscheinbarer, angenehmer Hauch eines Engels gewesen. So sanft und himmlisch, dass man sich nicht an dessen Existenz geklammert hätte. Erst die leicht rauere Betonung der Begrüßung lies ihn aus seinem Schlummer erwachen.
„Abend.“
„Folgen Sie mir bitten, ich geleite Sie zu Ihrem Tisch.“
Wortlos folgte er ihren engelsgleichen Schritten und fühlte sich, wie von einer unsichtbaren Hand geführt. Er verspürte keine Angst mehr. Alle seine Gefühle waren einer scheinbaren Bewusstlosigkeit des Willens gewichen. So nahm er an einem der reservierten Tische Platz und beobachtete gebannt jede ihrer Bewegungen. Plötzlich fühlte er sich genauso wohl wie all die anderen Gäste. Er fühlte sich willkommen. Es war, als ob der Tisch für ihn reserviert gewesen war. Sie reichte ihm eine prachtvoll verzierte, in einem dünnen Holzrahmen versetzte Speisekarte, die nur aus zwei kunstvoll beschriebenen, aber dennoch einfach gehaltenen Seiten bestand. Es standen ihm etwa dreißig verschiedene Gerichte zur Auswahl und jedes einzelne klang genüsslicher als das andere. Doch er konnte sich unter den seltsamen Namen nichts vorstellen und trotz dieser exotisch klingenden Speisen blieben sie bezahlbar. Das höchst wundersame Angebot ließ ihn lange grübeln. Er wagte es aber nicht die bezaubernde Kellnerin mit banalen Fragen zu langweilen und den Hintergrund der außergewöhnlichen Speisen zu hinterfragen. So wählte er das Gericht aus, das am interessantesten klang und bedankte sich liebevoll, beinahe mit einer kindlich verliebten Höflichkeit bei der Dame und gab ihr die Karte zurück.

Nach längerer Wartezeit, wurde er langsam ungeduldig. Zwar wurde er immer wieder durch ihr kurzes Auftreten besänftigt, da sie immer wieder die bis aufs letzte leer geräumten Teller wieder abräumte und die vielen Trinkgelder der entzückten Gäste entgegennahm, aber es kamen doch einige Fragen in ihm auf. Durch den sinkenden Promillegehalt in seinem Blut wurden seine Emotionen klarer und seine Gedanken freier. Fragen, nach dem Beweggrund der Heimlichkeit, eines wohl so beliebten Lokals, oder nach dem Geheimnis der unbekannten Namen in der Speisekarte bahnten sich einen Weg durch das vernebelte Bewusstsein des Wartenden. Die Neugier schien sich mit der Ungeduld zu verbinden und schuf langsam einen erfrischend starken Geist in ihm, der dabei war auszubrechen und die Ruhe zu stören.
Er war kurz davor aufzustehen, als das Mädchen wieder aus der Tür kam und einen vollen Teller mit einem genüsslich vorbereiteten Gericht in ihren Händen hielt und freundlich lächelnd auf ihn zuging. Das Warten hatte ein Ende und er bekam seine Bestellung serviert. Erstaunt über die liebevolle und aufopfernde Arbeit des Küchenchefs, der wie es schien sein ganzes Herzblut in dieses Gericht gesteckt hatte, bewunderte er das Mahl. In der Mitte befand sich perfekt gebratenes Fleisch, umrahmt von gleichmäßig geschnittenen und farblich aneinander angepassten Beilagen, die aus geschmacklich ausgewähltem Gemüse bestanden. Das Ganze wurde durch eine ihm unbekannte Soße miteinander verbunden. Er wagte es kaum davon zu kosten und so das hingebungsvolle Werk zu zerstören, aber der verlockende Duft des Gebratenen zwang ihn dazu. Da erstaunte er abermals, als der Geschmack den optischen Eindruck noch bei weitem übertraf. Noch nie hatte er so zartes und saftiges Fleisch geschmeckt. Nicht nur die Kochkünste hatten dazu beigetragen. Es war das Fleisch selbst, das für den hervorragenden Geschmack verantwortlich war. Doch er konnte es nirgends zuordnen. Es war kein ihm bekanntes Fleisch. Da wagte er es wieder an der Legalität des Lokals zu zweifeln. Wohl war dieses Fleisch das Geheimnis des Hauses. Welches exotische Tier sie für dieses empörend gute Mahl geschlachtet hatten, konnte und wollte er sich gar nicht ausmalen. Das bloße Wissen über die Herkunft des Fleisches würde ihm Schwierigkeiten bringen, also beließ er es dabei nicht danach zu fragen.
Nachdem er den großen Teller bis auf das letzte kleine Stückchen eines Salatblattes verzehrt hatte, lehnte er sich zurück. Diese ungewöhnliche und bedenklich gute Kost hatte seinen Bauch aufgepumpt und ihn zur Genüge gesättigt. Es war das beste Essen, das er je gespeist hatte.
Als die Kellnerin an seinen Tisch trat, schwenkten seine Gedanken wieder zu dem fremdartigen Fleisch. Doch sein voller, befriedigter Magen hinderte ihn daran, da er sich jeglichen Ärger ersparen wollte. Also bezahlte er nur und bedankte sich durch einen höflichen Anteil an Trinkgeld, an der unvergesslichen Bedienungskraft.

Trotz aller Bedenken und dem Drang jemandem davon zu erzählen, betrat es das Lokal genau eine Woche später erneut ohne einer Menschenseele davon berichtet zu haben. Er wollte auf keinen Fall eine Enttäuschung riskieren, und bemerken, dass die Tür versperrt und das Restaurant geschlossen war. Einige Zweifel waren ihm an diesem Geschäft gekommen, aber diese wog er damit auf, dass er sich einredete diesmal das Geheimnis des fremden Fleisches zu lüften. Diesesmal war er nämlich nüchtern, seine Sinne waren geschärft und er war auf alles vorbereitet.
Als er durch den Gang trat, fühlte er sich sicherer und selbstbewusster. Er hoffte wieder willkommen zu sein und betete dafür, dass dieselbe Bedienung, wie letzte Woche zur selben Zeit Dienst hatte. Und als er nervös und gespannt um die Ecke blickte sah er seine Wünsche erfüllt. Das liebreizende und kindliche Antlitz des Mädchens erkannte er schon von Weitem. So schritt er ihr entgegen und wurde sogleich begrüßt und an denselben Tisch gesetzt, an welchen er schon bei seinem ersten Besuch platziert worden war. Auch die Speisekarte wurde ihm ehest gereicht. Diesmal nahm er sich die Zeit die er brauchte um die Qualität der verschiedenen Angebote anhand des Preises zu erkennen und abzuwiegen. Dann entschied er sich für das zweitteuerste Gericht und bereitete sich auf eine lange Wartezeit vor. Er konnte zwar nicht genau abschätzen, ob er diesmal länger gewartet hatte, da es nicht viel Neues zu entdecken gab und er sich so etwas mehr langweilte, aber es störte ihn weniger, als das letzte Mal, da er sich dessen bewusst war, dass sich jede Minute des Wartens lohnen würde.
Als die Kellnerin, die mit jeder Minute noch reizvoller zu werden schien, ihm das zubereitete Mahl vorsetzte wurde er ein weiteres Mal überrascht. Der ovale Teller war noch größer und das Gericht noch prächtiger gestaltet als die Bestellung von letzter Woche. Noch eine Weile ergötzte er sich an den schnörkeligen Mustern und eleganten Farbspielen der Speisen, konnte dann aber nicht widerstehen. Und zu allem Überfluss übertraf auch diesmal der Geschmack die hohen Erwartungen. Mit jedem Biss verteilte sich das Gusto über der Zunge und beanspruchte jede der Geschmacksbereiche auf eine bestimmte Art und Weise, dass es ihm schwer fiel die Stücke herunterzuschlucken und das einmalige Gefühl der herzzerreißenden Zärtlichkeit der Kost zu verlieren.
Auch dieses Mal war nach ewigem Genießen der Teller wie geputzt am Tisch zurückgeblieben. Der Sprache kaum fähig und überwältigt von der Menge und der unmenschlichen Köstlichkeit des Vorgesetzten lehnte er sich wieder zurück und knöpfte den obersten Knopf seiner Hose auf. Schon bald erschien das Mädchen wieder und wollte den Teller an sich nehmen. Und in diesem einen Moment der Schwäche nahm seine Neugier Überhand und wagte es sie zu fragen:
„Entschuldigen Sie.“
Sie blieb stehen, blickte ihn mit ihren schimmernden Augen an und lächelte.
„Was ist das für ein Fleisch, das Sie hier servieren?“
Völlig unbeeindruckt durch die plötzliche Frage antwortete sie:
„Mensch. Wieso? Hat es Ihnen nicht geschmeckt?!“
Erst dachte er, sie scherze, aber sofort merkte er, das ihr Lächeln allein höflicher Natur war und keiner belustigenden. Sein Schmunzeln wandelte sich zu einem schockierten Stottern. Er brachte kein verständliches Wort heraus, versuchte aber vergeblich so natürlich wie sie zu wirken, um kein Aufsehen zu erregen.
„Haben Sie es nicht gewusst?“, fragte Sie, als sie sein Unwohlsein bemerkte.
Er wollte sie belügen und so schnell wie nur möglich das Lokal verlassen, aber ihre strahlenden Augen konnte er nicht täuschen. So gestand er seine Unwissenheit, durch Schweigen.
Sie lächelte und reichte ihm die Hand. Er zögerte und fürchtete einen Trick. Aber ihre samtweiche Haut glänzte in dem flackernden Kerzenlicht und zähmte seine Furcht. Sie nahm ihn bei der Hand und führte ihn zu der einer Tür aus der sie immer ein und aus gegangen war. Ihr kindlicher Händedruck vermittelte ihm Sicherheit und er folge ihr ohne Widerstand. Durch die Tür gelangten sie in ein kleines Vorzimmer in dem sich drei weitere Türen befanden. Wären sie geradeaus weiter gegangen, hätten sie die steril gehaltene und von vier hervorragenden Köchen verwaltete Küche besucht. Rechts sah er eine Tür, ohne Beschriftung, die etwas zu verbergen schien. Das Mädchen bog aber nach links und führte ihn durch die dritte Tür. Sie öffnete sie und lies ihn eintreten. Er betrat ein kleines Zimmer. Es hatte dasselbe Flair, wie das übrige Restaurant und beherbergte einen großen Schreibtisch in der Mitte und zwei große, über die Seitenwände verteilten Bücherregale, die seltsamerweise völlig leergeräumt waren. Wie der gesamte Restaurantbereich fand sich auch hier kein einziges Fenster und die einzigen Lichtquellen waren Kerzen.
Das Mädchen blieb in der Tür stehen und sagte nur:
„Er weiß es noch nicht.“
Dabei hatte sie die ältere Dame hinter dem Schreibtisch angesprochen, die erst nach den Worten ihrer Angestellten den Blick von ihren Schriften hob und den ahnungslosen Mann bemerkte. Sie nickte und das Mädchen schloss die Tür. Nun war er allein. Keine schützende Hand hielt ihn mehr fest. Er stand einer unbekannten Frau gegenüber, die ihn mit ihren Augen betastete. Sie strahlte eine Führungsmacht aus, wie er sie noch nie gesehen hatte. Ihr Blick war scharf und genauestens konzentriert. Sie wusste was sie wollte und war bereit alles für ihren Erfolg zu opfern. Ihr Gesicht war faltig und ihre Haare gefärbt. Sie war eine alte Frau mit einer langen Vergangenheit. Man sah ihr ihre jugendliche Schönheit an und erkannte, dass sie ihre Anmut als Naivität verkauft und so alle getäuscht und ihren Scharfsinn ausgenutzt hatte. Ihre Position als Geschäftsführerin eines Edelrestaurants hatte sie sich weder erkauft noch erschlichen. Es war ihre eigene Arbeit und ihr ganzer Stolz.
Sie nahm ihre Brille ab und sah ihm in die Augen. Er schwitzte und war schon einige Zentimeter zurückgewichen seitdem die Tür geschlossen worden war. Doch als er ihre Augen genau betrachtete erkannte er sie wieder. Dieselben Augen, derselbe Schimmer hatten ihn vorige Woche verzaubert als er das versteckte Lokal besucht hatte. Plötzlich fühlte er sich wieder geborgen.
„Sie haben also nicht gewusst was Sie essen?“, fragte sie ihn.
Er schüttelte en Kopf.
„Und nun sind sie schockiert.“
Er nickte leicht.
„Das ist nichts Neues. Ich erlebe das ständig. Noch kein einziges Mal ist jemand damit von Anfang an klargekommen. Hat es Ihnen zumindest geschmeckt.“
Diesmal nickte er heftiger, schämte sich aber sofort für seine Überschwänglichkeit.
„Das ist gut. Wir bemühen uns auch um jeden Kunden, den wir kriegen. Denn ein Massengeschäft ist das hier nicht. Wir öffnen nur nachts, damit wir am Tag nicht zu viel Aufsehen erregen. Es ist auch nichts Verbotenes, wir haben Erlaubnis von ganz Oben. Einige der höchsten Politiker hier sind sogar Stammgäste, manche kommen aber nur bei besonderen Gelegenheiten. Wir versuchen unseren Gästen den besten Service zu bieten den wir können und dazu gehört manchmal auch Aufklärung.“
Er hatte inzwischen durch ihre familiäre Art Zutrauen zu ihr gewonnen:
„Aber es ist Menschenfleisch. Das ist Kannibalismus.“
„So dürfen Sie es nicht sehen. Es ist zwar Menschenfleisch, aber es sind keine Menschen wie Sie sie kennen. Es sind keine homo sapiens.“
„Ich versteh nicht.“
„Kommen Sie, ich zeige es Ihnen“
Sie stand auf und ging aus dem Zimmer. Er folgte ihr durch das rote Vorzimmer. Sie zog einen Schlüssel aus ihrer Hose und sperrte damit die unbeschriftete Tür auf. Sie ging hindurch und er folgte wieder. Doch das, was er hinter dieser Tür zu sehen bekam, schockte ihn mehr als alles was er je gesehen hatte. Nie hätte er ein solches Szenario erwartet. Er war auf vieles vorbereitet, aber was sich ihm in diesem geheimen Raum bot, war beispiellos. Er befand sich in einer kleinen kühlen Lagerhalle, die sich in zwei gleich große Abschnitte teilte. Der erste Abschnitt war ein durch Glas mit großen Luftlöchern abgetrennter Bereich, hinter dem etwa dreißig nackte Menschen hin und her wankten. Unter ihnen waren Männer, Frauen und Kinder. Zwischen fünf und dreißig Jahren, war alles vorhanden. Der Boden war besät mit Heu. Manche schliefen, manche dösten vor sich hin. Einige gingen etwas herum, ein Pärchen vergnügte sich sogar. Aber keinen schien es zu interessieren was gerade geschah. Man spürte, dass sie keine Angst hatten. Sie wussten nicht, was mit ihnen geschehen würde und schienen sich wohl zu fühlen in ihrer Todeszelle. Und das obwohl ihr Leben jederzeit beendet werden könnte, nämlich im nächsten Abschnitt, wo schon zwei Schlachter auf sie warteten. Mit gezielten Hieben trennten sie den Menschen den Kopf und bereiteten ihnen so ein schnelles, schmerzloses Ende. Danach wurden alle dienlichen Teile, wie Leber, Gehirn, Fleisch von den unbrauchbaren Stücken, wie Magen, Darm und Lunge getrennt. Der sonst so markante Geruch eines Schlachthofes wurde durch Ventilatoren und abgesperrte Container Großteils vermieden, sodass er keinesfalls die Atmosphäre des Candlelight-Bereiches beeinträchtigen konnte. Die verwendbaren Stücke wurden dann verarbeitet, gesäubert und direkt in die Küche gebracht.
Gebannt und entsetzt beobachtete er den gesamten Vorgang. Er war den Tränen nahe. Er konnte sich aber zwischen Trauer und Übelkeit nicht entscheiden. Beinahe hätte er sich übergeben, als die Geschäftsführerin ihm an die Schulter tippte und nach draußen winkte. So gingen sie, nachdem sie den Raum wieder verschlossen hatte, schnell wieder in ihr Büro.
Er war wieder sprachlos, aber sie kannte seine Fragen schon.
„Wie sollte Sie das beruhigen, fragen Sie sich. Das fragen sich alle. Ich wollte sie vor eine Abzweigung stellen. Entweder finden Sie sich damit ab Menschen zu essen, oder Sie werden Vegetarier.“
„Das sind doch keine vergleichbaren Optionen!“
„Wieso. Das was wir hier mit Menschen machen, wird auch mit Tieren gemacht. Wieso ist es bei Kühen oder Hühnern gerecht und bei Menschen nicht?“
„Weil Menschen keine Tiere sind. Wir haben Gefühle. Wir haben einen Verstand.“
„Tiere haben doch auch Gefühle. Sie haben streng genommen auch einen Verstand. Zwar ist dieser nicht so entwickelt, aber trotzdem ist er vorhanden.“
„Aber,…“
„Lassen Sie mich bitte erklären. Ich verstehe ihre Argumente. Aber deshalb habe ich Ihnen unsere Menschen ja auch gezeigt. Haben Sie an Ihrem Verhalten etwas anderes gesehen, als tierische Urinstinkte?“
Er erinnerte sich an die Eindrücke, die ihm diese Primitiven vermittelt haben und musste den Kopf schütteln.
„Es sind genmanipulierte Menschen. Sie haben mit uns kaum etwas gemein. Biologisch gesehen sind sie Menschen, aber soziologisch sind sie Tiere. Sie verspüren keine Liebe und ihre einzigen Sorgen sind Essen, Sex und Schlafen. Sie leben wie Tiere und gehen wie Menschen. Sie sind homo animalis.“
„Aber sie verarbeiten auch die Kinder!“
„Haben Sie etwa noch nie Lamm oder Kalb gegessen?“
Er wusste nicht mehr was er denken sollte, seine gesamte Vorstellung von Recht und Unrecht war auf den Kopf gestellt.“
„Um deren Wohlbefinden müssen Sie sich nicht sorgen. Wir füttern sie, lassen ihnen wenig Auslauf, damit ihre Muskeln schön zart bleiben und versorgen sie bei Krankheit. Sie sind gut aufgehoben. Naja, bis sie natürlich… Viele denken oft, es sei unorthodox Menschen zu essen, aber wir haben sie auf dieselbe Stufe wie Tiere gestellt. Deshalb zeigen wir unseren neuen Gästen auch das was Sie gerade gesehen haben. In jedem gewöhnlichen Schlachthaus, hätten Sie dasselbe gesehen, nur in ganz anderen Mengendimensionen und meist noch wesentlich grausamer. Deshalb haben wir kein Problem damit, wenn wir die Hälfte unserer neuen Gäste nie mehr wiedersehen, da wir sicher sein können, dass sie Vegetarier geworden sind und der Rest bildet unseren Stammkundenkreis. Vor dieser Wahl stehen nun auch sie. Glauben Sie mir, es sind Ihre einzigen Optionen.“
Er sprach nun kein Wort mehr. Sie hatte alle Fragen, die er hatte beantwortet. Die übrigen Antworten musste er sich selbst liefern. Dabei konnte ihm keiner helfen. Sprachlos und ahnungslos stand er vor ihr und wagte es nicht sich zu bewegen. Eine solche Entscheidung zu fällen schien ihm obskur. Es musste auch noch andere Wege geben, er wollte sich nicht vorstellen, vor einer Abzweigung zu stehen. Er wollte auf der einen langen Straße gehen, die er bisher bewandert hatte, doch diese Möglichkeit blieb ihm nun nicht mehr. Er wusste zu viel und war sich nicht mehr sicher, ob es die richtige Entscheidung gewesen war, von dem geradlinigen Weg abzukehren und die Küche zu besuchen. Doch es war zu spät und es gab keinen Weg zurück. Er konnte nur warten, und darauf hoffen, dass ihm die Zeit die richtige Entscheidung zuflüstern würde.

Wochen vergingen und er hatte kaum etwas gegessen. Wie es ihm gesagt wurde, konnte er kein Fleisch zu sich nehmen. Er hatte zwar einige Male versucht sich einen Braten zuzubereiten, oder ein Kotelett zu braten, aber kurz bevor er es servierte schwanden seine Kräfte. Er ließ bei jedem Versuch das Messer aus seinen zitternden Händen fallen und wendete sich vom sorgfältig zubereiteten Gericht ab. Auch als er Besuch hatte, gelang es ihm nicht auch nur eines seiner zubereiteten Fleischgerichte zu kosten. Man fragte ihn oft, was der Grund für sein Verhalten sei, aber niemand erfuhr auch nur ein Wort. Er spielte auch öfters mit dem Gedanken es seinen Freunden zu erzählen. Manchmal hatte er das Gefühl, er müsse es augenblicklich herausbrüllen, um endlich wieder in Frieden mit sich leben zu können. Er ging sogar täglich mehrmals an verschiedenen Polizeistationen vorbei um zu sehen, ob er endlich den Mut fand hineinzugehen und alles zu erzählen, was er wusste. Tausend Gedanken schossen ihm stündlich durch den Kopf, und jeder einzelne dieser Gedanken war auf irgendeine seltsame Weise mit den ungewöhnlichen Gerichten, die er schon vor Wochen ahnungslos genossen hatte. Sollte er Schuldgefühle haben? Oder sollte er alles vergessen? Es war ihm kaum möglich einen Gedanken zu vollenden, ohne auf ein neues Problem zu stoßen.
Doch so sehr er sich auch anstrengte, war es ihm nicht möglich eine eigene Lösung zu finden. So beugte er sich seinem Schicksal und betrat acht Wochen nach seinem letzten Besuch das eigenartige Haus erneut. Scheinbar selbstsicher schritt er den Gang hinunter. Als er um die Ecke bog, sah er sofort das Mädchen, doch es warf ihm einen erstaunten, fast erschrockenen Blick zu. Sie hatte wohl nicht mit seiner Rückkehr gerechnet. Was sie jedoch so erschrecken lies, war der Umstand, dass er nicht allein war. Sie stockte und wollte schon loslaufen. Doch sein Blick nahm ihr die Furcht. Sie lächelte wieder und atmete erleichtert auf. Sie bediente noch ihre Gäste und schritt dann frohen Mutes auf ihn zu. Sie zeigte ihm und seinem Kollegen ihren Tisch und begleite sie zu ihrem Platz.

© Jan Jancik


Original vs Photoshopped

Eine zweite Video-Slideshow die die Unterschiede zwischen dem Originalfoto und dem bearbeiten Bild präsentieren soll. Einige Änderungen sind zwar zT geringfügig, aber bei näherem Hinsehen, bzw. bei Vollbildbetrachtung in FullHD (1080p) gut erkennbar.

Ich habe wieder meine Canon 550D verwendet und die Bilder mit Photoshop CS5 und zum Teil mit Photoimpact X3 bearbeitet. Das Video wurde mit Adobe Premiere CS5 geschnitten und die Musik stammt von Cyndi Harvell aus ihrem Album „Photographs“. Das Schneiden des Videos war wohl, trotz 12 GB RAM, aufgrund der sensiblen und aufwendigen Blenden, zu aufwendig für meinen PC und lies das System abstürzen, was bisher noch mit keinem einzigen Video der Fall war, nichtmal bei 1080p HD Material.


Normale Belichtung vs HDR

Eine Video-Slideshow, die die deutlichen Unterschiede zwischen einem Foto mit normaler Belichtung und einem HDR Foto mit dem selben Motiv zeigt.

Die Fotos wurden mit einer Canon 550D DSLR Kamera geschoßen und anschließend mit Photomatix 4.0.2 zusammengefügt. Einige Motive wurden sogar nur in normaler Belichtungsstufe abgelichtet; die Über- (+2) und Unterbelichtungen (-2) wurden dann anschließend in Photoshop CS5 kreiert und dadurch zu „unechten HDR“ zusammengefügt. Die echten HDR Fotos weisen zwar eine größere Bandbreite in Punkto Belichtungsstufen auf, aber der Unterschied zur normalen Belichtung ist auch bei unechten HDR Bildern sehr deutlich sichtbar, wie man es sehr gut an den Screenshots aus Mafia II erkennen kann.


Panorama Fotos


Wien Oper

Wien Nationalbibliothek

Wien

Hörsaal Translationswissenschaftliches Institut

Hotel Academia Rezeption

Panorama Fotos, geschossen mit Hilfe der Panorama Funktion von Samsung Wave S8500. Für eine vergrößerte Darstellung einfach das Bild anklicken…