Monatsarchiv: Mai 2011

Gourmet

Unter einem sternenklaren Nachthimmel sah man einen jungen Mann mittleren Alters die engen Gassen der kleinen Stadt seinen Weg nach Hause bahnen. Nach einem feuchtfröhlichen Abend empfand er es besonders erfrischend die kühle und feuchte Sommernacht zu genießen. Er wankte leicht und stolperte immer wieder über den unebenen Pfad. Er war neu in der Stadt kannte die Straßen des kleinen Ortes aber schon nahezu auswendig. Sein großartiger Orientierungssinn hatte ihm schon einige Male Vorteile verschafft. Aber diese Nacht schien anders zu verlaufen. Die Umgebung wirkte bekannt, aber er konnte die Häuser nirgends zuordnen. Er fragte sich, ob es am Alkohol lag, aber verwarf diesen Gedanken sofort, da er seine Wohnung schon öfters unter diesem Einfluss gefunden hatte. Bald wurde ihm bewusst, dass er sich mit Sicherheit verirrt hatte. Er musste in einem kurzen Augenblick der Unachtsamkeit einmal falsch abgebogen und so auf einen der wenigen ihm unbekannten Wege gelangt sein. Er suchte nach Anhaltspunkten, die ihm verraten könnten, wo er sich befände, aber nach jedem weiteren Schritt kam ihm die Gegend seltsamer vor. Es war als ob er eine völlig fremde Stadt besucht hätte und sich von neuem zurecht finden müsste.
Kurz bevor er sich entschloss umzukehren, öffnete sich etwa zwei Meter vor ihm eine Tür. Aus dieser traten drei wohlgekleidete Herren und unterhielten sich angeregt. Ihr Gesprächsthema konnte er nicht erahnen, aber er sah wie sie ihre Bäuche rieben und immer wieder seufzten. Schnell verspürte er selbst den Drang nach etwas Kostbarem. Vorsichtig öffnete er die unscheinbare Tür und warf einen haschen Blick ins Innere des Gebäudes. Doch bei diesem kurzen Blick blieb es nicht, denn schon der erste Schein des ungewöhnlichen Lichtes, das sein Antlitz beschien lockte ihn so sehr, dass er nicht davon abließ. Es bat sich ihm eine Szenerie wie er sie nur aus Erzählungen kannte. Seine Neugier verband sich mit angetrunkenem Mut und ließ ihn eintreten. Mit zierlichen Schritten wagte er sich etwas weiter durch den Raum. An den Wänden waren rote Tapeten mit unbekannten Symbolen und Zeichen hochgezogen. Er hörte viele verschiedene Stimmen, die jedoch nicht versuchten sich gegenseitig zu übertönen, sondern ihre Gespräche in angenehmer Tonlage, fast flüsternd führten. Er tappte weiter und konnte schon bald einige Tische mit Gästen erkennen, die alle gut gelaunt beisammen saßen. Sie hatten noch keine Speisen bekommen, aber erwarteten diese, da sie ihr Besteck schon erhalten hatten. Langsam bekam der ungeladene Besucher einen Überblick über das gesamte Lokal. Das ganze Restaurant schien in vollem Betrieb zu sein, fast alle Tische waren besetzt und die wenigen, die frei geblieben waren, waren reserviert. Auch hier waren die Wände mit dunkelroten Tapeten mit den seltsamen Zeichen tapeziert. Die kunstvoll verarbeitete Decke brachte prächtige Fresken zum Vorschein, die seltsamerweise ebenso rot bestrichen waren. Über den Boden war ein prunkvoller Teppich ausgebreitet, der jeden Zentimeter bedeckte und sich so der Umgebung würdevoll anpasste. Die handgefertigten Ebenholztische waren mit roten, mit Gold bestickten, Tischtüchern bedeckt. Die Stühle, die aus demselben Holz wie die Tische bestanden, waren hervorragend auf die meist gewichtigen Gäste vorbereitet und wurden durch wohlgeformte Polsterbezüge perfektioniert. Jeder Tisch hatte einen eigenen Abteil, der die anderen Gäste durch eine dezente aber wirkungsvolle Trennwand voneinander abgrenzte. Doch die innenarchitektonische Vollendung erlangte der Raum durch die mit der roten Umgrenzung korrelierende Beleuchtung durch unzählige Kerzen. An jedem Tisch standen zwei breite Kerzen und an den Wänden hangen in jedem Gästebereich drei weitere. Das danach noch fehlende Licht, strahlte von zwei großen Kerzenleuchten, die an zwei dazu gefertigten Fresken an der Decke, die zwei Hände darstellten, die den schweren Leuchter zu halten schienen, herab.
Es war ein simples, aber doch so elegantes und vor allem atmosphärisches Restaurant, in dem man sich zu wohl fühlte, um es zu verlassen. Doch es musste etwas zu verbergen haben, denn sonst, so dachte sich der erstaunte neue Besucher, müssten sie sich nicht hinter einer so schäbigen und unscheinbaren Fassade verstecken. Dieser Gedanke brachte ihn auch wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Er befand sich in einer geheimen Gaststätte und wartete darauf als ungeladener Gast entdeckt zu werden. Aber gerade als er sich zurückziehen wollte, kam aus einer kleinen schlichten Tür am anderen Ende des Raumes ein Mädchen. Es war schwarz gekleidet und hatte zwei Teller mit Gerichten in der Hand. Es blickte kurz auf und sah ihm flüchtig in die Augen. Er erstarrte. Durch den Promillewert im Blut ließ ihn ihre bloße Anwesenheit und ihr kühles Auftreten schon Schauer über den Rücken laufen. Obwohl sie ein freundliches und liebliches Antlitz hatte und simpel aber wunderschön gekleidet war, fühlte er sich dennoch unwohl. Ihre weiche Haut und ihre geschmeidigen glatten hellbraunen Haare umrahmten den märchenhaften Schimmer in ihren Augen, der das Herz eines jeden wärmte, den sie ansah. Sie war eine Schönheit, wie er sie nur aus Sagen kannte. Sie schien so zart und zerbrechlich wie eine Porzellanstatue, wirkte durch ihr Auftreten dennoch stark und selbstbewusst. Jeder Gast fühlte sich wohl bedient und vertilgte die Speisen, die sie ihnen vorlegte noch genüsslicher, als er sie durch den Raum gehen sah. Allein der neue Gast blieb, vor Schreck erstarrt, stehen und hoffte als einziger, nicht von ihr bemerkt zu werden.
„Guten Abend.“
„Guten Abend“, wiederholte sie, betont.
Ihre erste Begrüßung war an ihm vorbeigeflattert, als sei es nur ein unscheinbarer, angenehmer Hauch eines Engels gewesen. So sanft und himmlisch, dass man sich nicht an dessen Existenz geklammert hätte. Erst die leicht rauere Betonung der Begrüßung lies ihn aus seinem Schlummer erwachen.
„Abend.“
„Folgen Sie mir bitten, ich geleite Sie zu Ihrem Tisch.“
Wortlos folgte er ihren engelsgleichen Schritten und fühlte sich, wie von einer unsichtbaren Hand geführt. Er verspürte keine Angst mehr. Alle seine Gefühle waren einer scheinbaren Bewusstlosigkeit des Willens gewichen. So nahm er an einem der reservierten Tische Platz und beobachtete gebannt jede ihrer Bewegungen. Plötzlich fühlte er sich genauso wohl wie all die anderen Gäste. Er fühlte sich willkommen. Es war, als ob der Tisch für ihn reserviert gewesen war. Sie reichte ihm eine prachtvoll verzierte, in einem dünnen Holzrahmen versetzte Speisekarte, die nur aus zwei kunstvoll beschriebenen, aber dennoch einfach gehaltenen Seiten bestand. Es standen ihm etwa dreißig verschiedene Gerichte zur Auswahl und jedes einzelne klang genüsslicher als das andere. Doch er konnte sich unter den seltsamen Namen nichts vorstellen und trotz dieser exotisch klingenden Speisen blieben sie bezahlbar. Das höchst wundersame Angebot ließ ihn lange grübeln. Er wagte es aber nicht die bezaubernde Kellnerin mit banalen Fragen zu langweilen und den Hintergrund der außergewöhnlichen Speisen zu hinterfragen. So wählte er das Gericht aus, das am interessantesten klang und bedankte sich liebevoll, beinahe mit einer kindlich verliebten Höflichkeit bei der Dame und gab ihr die Karte zurück.

Nach längerer Wartezeit, wurde er langsam ungeduldig. Zwar wurde er immer wieder durch ihr kurzes Auftreten besänftigt, da sie immer wieder die bis aufs letzte leer geräumten Teller wieder abräumte und die vielen Trinkgelder der entzückten Gäste entgegennahm, aber es kamen doch einige Fragen in ihm auf. Durch den sinkenden Promillegehalt in seinem Blut wurden seine Emotionen klarer und seine Gedanken freier. Fragen, nach dem Beweggrund der Heimlichkeit, eines wohl so beliebten Lokals, oder nach dem Geheimnis der unbekannten Namen in der Speisekarte bahnten sich einen Weg durch das vernebelte Bewusstsein des Wartenden. Die Neugier schien sich mit der Ungeduld zu verbinden und schuf langsam einen erfrischend starken Geist in ihm, der dabei war auszubrechen und die Ruhe zu stören.
Er war kurz davor aufzustehen, als das Mädchen wieder aus der Tür kam und einen vollen Teller mit einem genüsslich vorbereiteten Gericht in ihren Händen hielt und freundlich lächelnd auf ihn zuging. Das Warten hatte ein Ende und er bekam seine Bestellung serviert. Erstaunt über die liebevolle und aufopfernde Arbeit des Küchenchefs, der wie es schien sein ganzes Herzblut in dieses Gericht gesteckt hatte, bewunderte er das Mahl. In der Mitte befand sich perfekt gebratenes Fleisch, umrahmt von gleichmäßig geschnittenen und farblich aneinander angepassten Beilagen, die aus geschmacklich ausgewähltem Gemüse bestanden. Das Ganze wurde durch eine ihm unbekannte Soße miteinander verbunden. Er wagte es kaum davon zu kosten und so das hingebungsvolle Werk zu zerstören, aber der verlockende Duft des Gebratenen zwang ihn dazu. Da erstaunte er abermals, als der Geschmack den optischen Eindruck noch bei weitem übertraf. Noch nie hatte er so zartes und saftiges Fleisch geschmeckt. Nicht nur die Kochkünste hatten dazu beigetragen. Es war das Fleisch selbst, das für den hervorragenden Geschmack verantwortlich war. Doch er konnte es nirgends zuordnen. Es war kein ihm bekanntes Fleisch. Da wagte er es wieder an der Legalität des Lokals zu zweifeln. Wohl war dieses Fleisch das Geheimnis des Hauses. Welches exotische Tier sie für dieses empörend gute Mahl geschlachtet hatten, konnte und wollte er sich gar nicht ausmalen. Das bloße Wissen über die Herkunft des Fleisches würde ihm Schwierigkeiten bringen, also beließ er es dabei nicht danach zu fragen.
Nachdem er den großen Teller bis auf das letzte kleine Stückchen eines Salatblattes verzehrt hatte, lehnte er sich zurück. Diese ungewöhnliche und bedenklich gute Kost hatte seinen Bauch aufgepumpt und ihn zur Genüge gesättigt. Es war das beste Essen, das er je gespeist hatte.
Als die Kellnerin an seinen Tisch trat, schwenkten seine Gedanken wieder zu dem fremdartigen Fleisch. Doch sein voller, befriedigter Magen hinderte ihn daran, da er sich jeglichen Ärger ersparen wollte. Also bezahlte er nur und bedankte sich durch einen höflichen Anteil an Trinkgeld, an der unvergesslichen Bedienungskraft.

Trotz aller Bedenken und dem Drang jemandem davon zu erzählen, betrat es das Lokal genau eine Woche später erneut ohne einer Menschenseele davon berichtet zu haben. Er wollte auf keinen Fall eine Enttäuschung riskieren, und bemerken, dass die Tür versperrt und das Restaurant geschlossen war. Einige Zweifel waren ihm an diesem Geschäft gekommen, aber diese wog er damit auf, dass er sich einredete diesmal das Geheimnis des fremden Fleisches zu lüften. Diesesmal war er nämlich nüchtern, seine Sinne waren geschärft und er war auf alles vorbereitet.
Als er durch den Gang trat, fühlte er sich sicherer und selbstbewusster. Er hoffte wieder willkommen zu sein und betete dafür, dass dieselbe Bedienung, wie letzte Woche zur selben Zeit Dienst hatte. Und als er nervös und gespannt um die Ecke blickte sah er seine Wünsche erfüllt. Das liebreizende und kindliche Antlitz des Mädchens erkannte er schon von Weitem. So schritt er ihr entgegen und wurde sogleich begrüßt und an denselben Tisch gesetzt, an welchen er schon bei seinem ersten Besuch platziert worden war. Auch die Speisekarte wurde ihm ehest gereicht. Diesmal nahm er sich die Zeit die er brauchte um die Qualität der verschiedenen Angebote anhand des Preises zu erkennen und abzuwiegen. Dann entschied er sich für das zweitteuerste Gericht und bereitete sich auf eine lange Wartezeit vor. Er konnte zwar nicht genau abschätzen, ob er diesmal länger gewartet hatte, da es nicht viel Neues zu entdecken gab und er sich so etwas mehr langweilte, aber es störte ihn weniger, als das letzte Mal, da er sich dessen bewusst war, dass sich jede Minute des Wartens lohnen würde.
Als die Kellnerin, die mit jeder Minute noch reizvoller zu werden schien, ihm das zubereitete Mahl vorsetzte wurde er ein weiteres Mal überrascht. Der ovale Teller war noch größer und das Gericht noch prächtiger gestaltet als die Bestellung von letzter Woche. Noch eine Weile ergötzte er sich an den schnörkeligen Mustern und eleganten Farbspielen der Speisen, konnte dann aber nicht widerstehen. Und zu allem Überfluss übertraf auch diesmal der Geschmack die hohen Erwartungen. Mit jedem Biss verteilte sich das Gusto über der Zunge und beanspruchte jede der Geschmacksbereiche auf eine bestimmte Art und Weise, dass es ihm schwer fiel die Stücke herunterzuschlucken und das einmalige Gefühl der herzzerreißenden Zärtlichkeit der Kost zu verlieren.
Auch dieses Mal war nach ewigem Genießen der Teller wie geputzt am Tisch zurückgeblieben. Der Sprache kaum fähig und überwältigt von der Menge und der unmenschlichen Köstlichkeit des Vorgesetzten lehnte er sich wieder zurück und knöpfte den obersten Knopf seiner Hose auf. Schon bald erschien das Mädchen wieder und wollte den Teller an sich nehmen. Und in diesem einen Moment der Schwäche nahm seine Neugier Überhand und wagte es sie zu fragen:
„Entschuldigen Sie.“
Sie blieb stehen, blickte ihn mit ihren schimmernden Augen an und lächelte.
„Was ist das für ein Fleisch, das Sie hier servieren?“
Völlig unbeeindruckt durch die plötzliche Frage antwortete sie:
„Mensch. Wieso? Hat es Ihnen nicht geschmeckt?!“
Erst dachte er, sie scherze, aber sofort merkte er, das ihr Lächeln allein höflicher Natur war und keiner belustigenden. Sein Schmunzeln wandelte sich zu einem schockierten Stottern. Er brachte kein verständliches Wort heraus, versuchte aber vergeblich so natürlich wie sie zu wirken, um kein Aufsehen zu erregen.
„Haben Sie es nicht gewusst?“, fragte Sie, als sie sein Unwohlsein bemerkte.
Er wollte sie belügen und so schnell wie nur möglich das Lokal verlassen, aber ihre strahlenden Augen konnte er nicht täuschen. So gestand er seine Unwissenheit, durch Schweigen.
Sie lächelte und reichte ihm die Hand. Er zögerte und fürchtete einen Trick. Aber ihre samtweiche Haut glänzte in dem flackernden Kerzenlicht und zähmte seine Furcht. Sie nahm ihn bei der Hand und führte ihn zu der einer Tür aus der sie immer ein und aus gegangen war. Ihr kindlicher Händedruck vermittelte ihm Sicherheit und er folge ihr ohne Widerstand. Durch die Tür gelangten sie in ein kleines Vorzimmer in dem sich drei weitere Türen befanden. Wären sie geradeaus weiter gegangen, hätten sie die steril gehaltene und von vier hervorragenden Köchen verwaltete Küche besucht. Rechts sah er eine Tür, ohne Beschriftung, die etwas zu verbergen schien. Das Mädchen bog aber nach links und führte ihn durch die dritte Tür. Sie öffnete sie und lies ihn eintreten. Er betrat ein kleines Zimmer. Es hatte dasselbe Flair, wie das übrige Restaurant und beherbergte einen großen Schreibtisch in der Mitte und zwei große, über die Seitenwände verteilten Bücherregale, die seltsamerweise völlig leergeräumt waren. Wie der gesamte Restaurantbereich fand sich auch hier kein einziges Fenster und die einzigen Lichtquellen waren Kerzen.
Das Mädchen blieb in der Tür stehen und sagte nur:
„Er weiß es noch nicht.“
Dabei hatte sie die ältere Dame hinter dem Schreibtisch angesprochen, die erst nach den Worten ihrer Angestellten den Blick von ihren Schriften hob und den ahnungslosen Mann bemerkte. Sie nickte und das Mädchen schloss die Tür. Nun war er allein. Keine schützende Hand hielt ihn mehr fest. Er stand einer unbekannten Frau gegenüber, die ihn mit ihren Augen betastete. Sie strahlte eine Führungsmacht aus, wie er sie noch nie gesehen hatte. Ihr Blick war scharf und genauestens konzentriert. Sie wusste was sie wollte und war bereit alles für ihren Erfolg zu opfern. Ihr Gesicht war faltig und ihre Haare gefärbt. Sie war eine alte Frau mit einer langen Vergangenheit. Man sah ihr ihre jugendliche Schönheit an und erkannte, dass sie ihre Anmut als Naivität verkauft und so alle getäuscht und ihren Scharfsinn ausgenutzt hatte. Ihre Position als Geschäftsführerin eines Edelrestaurants hatte sie sich weder erkauft noch erschlichen. Es war ihre eigene Arbeit und ihr ganzer Stolz.
Sie nahm ihre Brille ab und sah ihm in die Augen. Er schwitzte und war schon einige Zentimeter zurückgewichen seitdem die Tür geschlossen worden war. Doch als er ihre Augen genau betrachtete erkannte er sie wieder. Dieselben Augen, derselbe Schimmer hatten ihn vorige Woche verzaubert als er das versteckte Lokal besucht hatte. Plötzlich fühlte er sich wieder geborgen.
„Sie haben also nicht gewusst was Sie essen?“, fragte sie ihn.
Er schüttelte en Kopf.
„Und nun sind sie schockiert.“
Er nickte leicht.
„Das ist nichts Neues. Ich erlebe das ständig. Noch kein einziges Mal ist jemand damit von Anfang an klargekommen. Hat es Ihnen zumindest geschmeckt.“
Diesmal nickte er heftiger, schämte sich aber sofort für seine Überschwänglichkeit.
„Das ist gut. Wir bemühen uns auch um jeden Kunden, den wir kriegen. Denn ein Massengeschäft ist das hier nicht. Wir öffnen nur nachts, damit wir am Tag nicht zu viel Aufsehen erregen. Es ist auch nichts Verbotenes, wir haben Erlaubnis von ganz Oben. Einige der höchsten Politiker hier sind sogar Stammgäste, manche kommen aber nur bei besonderen Gelegenheiten. Wir versuchen unseren Gästen den besten Service zu bieten den wir können und dazu gehört manchmal auch Aufklärung.“
Er hatte inzwischen durch ihre familiäre Art Zutrauen zu ihr gewonnen:
„Aber es ist Menschenfleisch. Das ist Kannibalismus.“
„So dürfen Sie es nicht sehen. Es ist zwar Menschenfleisch, aber es sind keine Menschen wie Sie sie kennen. Es sind keine homo sapiens.“
„Ich versteh nicht.“
„Kommen Sie, ich zeige es Ihnen“
Sie stand auf und ging aus dem Zimmer. Er folgte ihr durch das rote Vorzimmer. Sie zog einen Schlüssel aus ihrer Hose und sperrte damit die unbeschriftete Tür auf. Sie ging hindurch und er folgte wieder. Doch das, was er hinter dieser Tür zu sehen bekam, schockte ihn mehr als alles was er je gesehen hatte. Nie hätte er ein solches Szenario erwartet. Er war auf vieles vorbereitet, aber was sich ihm in diesem geheimen Raum bot, war beispiellos. Er befand sich in einer kleinen kühlen Lagerhalle, die sich in zwei gleich große Abschnitte teilte. Der erste Abschnitt war ein durch Glas mit großen Luftlöchern abgetrennter Bereich, hinter dem etwa dreißig nackte Menschen hin und her wankten. Unter ihnen waren Männer, Frauen und Kinder. Zwischen fünf und dreißig Jahren, war alles vorhanden. Der Boden war besät mit Heu. Manche schliefen, manche dösten vor sich hin. Einige gingen etwas herum, ein Pärchen vergnügte sich sogar. Aber keinen schien es zu interessieren was gerade geschah. Man spürte, dass sie keine Angst hatten. Sie wussten nicht, was mit ihnen geschehen würde und schienen sich wohl zu fühlen in ihrer Todeszelle. Und das obwohl ihr Leben jederzeit beendet werden könnte, nämlich im nächsten Abschnitt, wo schon zwei Schlachter auf sie warteten. Mit gezielten Hieben trennten sie den Menschen den Kopf und bereiteten ihnen so ein schnelles, schmerzloses Ende. Danach wurden alle dienlichen Teile, wie Leber, Gehirn, Fleisch von den unbrauchbaren Stücken, wie Magen, Darm und Lunge getrennt. Der sonst so markante Geruch eines Schlachthofes wurde durch Ventilatoren und abgesperrte Container Großteils vermieden, sodass er keinesfalls die Atmosphäre des Candlelight-Bereiches beeinträchtigen konnte. Die verwendbaren Stücke wurden dann verarbeitet, gesäubert und direkt in die Küche gebracht.
Gebannt und entsetzt beobachtete er den gesamten Vorgang. Er war den Tränen nahe. Er konnte sich aber zwischen Trauer und Übelkeit nicht entscheiden. Beinahe hätte er sich übergeben, als die Geschäftsführerin ihm an die Schulter tippte und nach draußen winkte. So gingen sie, nachdem sie den Raum wieder verschlossen hatte, schnell wieder in ihr Büro.
Er war wieder sprachlos, aber sie kannte seine Fragen schon.
„Wie sollte Sie das beruhigen, fragen Sie sich. Das fragen sich alle. Ich wollte sie vor eine Abzweigung stellen. Entweder finden Sie sich damit ab Menschen zu essen, oder Sie werden Vegetarier.“
„Das sind doch keine vergleichbaren Optionen!“
„Wieso. Das was wir hier mit Menschen machen, wird auch mit Tieren gemacht. Wieso ist es bei Kühen oder Hühnern gerecht und bei Menschen nicht?“
„Weil Menschen keine Tiere sind. Wir haben Gefühle. Wir haben einen Verstand.“
„Tiere haben doch auch Gefühle. Sie haben streng genommen auch einen Verstand. Zwar ist dieser nicht so entwickelt, aber trotzdem ist er vorhanden.“
„Aber,…“
„Lassen Sie mich bitte erklären. Ich verstehe ihre Argumente. Aber deshalb habe ich Ihnen unsere Menschen ja auch gezeigt. Haben Sie an Ihrem Verhalten etwas anderes gesehen, als tierische Urinstinkte?“
Er erinnerte sich an die Eindrücke, die ihm diese Primitiven vermittelt haben und musste den Kopf schütteln.
„Es sind genmanipulierte Menschen. Sie haben mit uns kaum etwas gemein. Biologisch gesehen sind sie Menschen, aber soziologisch sind sie Tiere. Sie verspüren keine Liebe und ihre einzigen Sorgen sind Essen, Sex und Schlafen. Sie leben wie Tiere und gehen wie Menschen. Sie sind homo animalis.“
„Aber sie verarbeiten auch die Kinder!“
„Haben Sie etwa noch nie Lamm oder Kalb gegessen?“
Er wusste nicht mehr was er denken sollte, seine gesamte Vorstellung von Recht und Unrecht war auf den Kopf gestellt.“
„Um deren Wohlbefinden müssen Sie sich nicht sorgen. Wir füttern sie, lassen ihnen wenig Auslauf, damit ihre Muskeln schön zart bleiben und versorgen sie bei Krankheit. Sie sind gut aufgehoben. Naja, bis sie natürlich… Viele denken oft, es sei unorthodox Menschen zu essen, aber wir haben sie auf dieselbe Stufe wie Tiere gestellt. Deshalb zeigen wir unseren neuen Gästen auch das was Sie gerade gesehen haben. In jedem gewöhnlichen Schlachthaus, hätten Sie dasselbe gesehen, nur in ganz anderen Mengendimensionen und meist noch wesentlich grausamer. Deshalb haben wir kein Problem damit, wenn wir die Hälfte unserer neuen Gäste nie mehr wiedersehen, da wir sicher sein können, dass sie Vegetarier geworden sind und der Rest bildet unseren Stammkundenkreis. Vor dieser Wahl stehen nun auch sie. Glauben Sie mir, es sind Ihre einzigen Optionen.“
Er sprach nun kein Wort mehr. Sie hatte alle Fragen, die er hatte beantwortet. Die übrigen Antworten musste er sich selbst liefern. Dabei konnte ihm keiner helfen. Sprachlos und ahnungslos stand er vor ihr und wagte es nicht sich zu bewegen. Eine solche Entscheidung zu fällen schien ihm obskur. Es musste auch noch andere Wege geben, er wollte sich nicht vorstellen, vor einer Abzweigung zu stehen. Er wollte auf der einen langen Straße gehen, die er bisher bewandert hatte, doch diese Möglichkeit blieb ihm nun nicht mehr. Er wusste zu viel und war sich nicht mehr sicher, ob es die richtige Entscheidung gewesen war, von dem geradlinigen Weg abzukehren und die Küche zu besuchen. Doch es war zu spät und es gab keinen Weg zurück. Er konnte nur warten, und darauf hoffen, dass ihm die Zeit die richtige Entscheidung zuflüstern würde.

Wochen vergingen und er hatte kaum etwas gegessen. Wie es ihm gesagt wurde, konnte er kein Fleisch zu sich nehmen. Er hatte zwar einige Male versucht sich einen Braten zuzubereiten, oder ein Kotelett zu braten, aber kurz bevor er es servierte schwanden seine Kräfte. Er ließ bei jedem Versuch das Messer aus seinen zitternden Händen fallen und wendete sich vom sorgfältig zubereiteten Gericht ab. Auch als er Besuch hatte, gelang es ihm nicht auch nur eines seiner zubereiteten Fleischgerichte zu kosten. Man fragte ihn oft, was der Grund für sein Verhalten sei, aber niemand erfuhr auch nur ein Wort. Er spielte auch öfters mit dem Gedanken es seinen Freunden zu erzählen. Manchmal hatte er das Gefühl, er müsse es augenblicklich herausbrüllen, um endlich wieder in Frieden mit sich leben zu können. Er ging sogar täglich mehrmals an verschiedenen Polizeistationen vorbei um zu sehen, ob er endlich den Mut fand hineinzugehen und alles zu erzählen, was er wusste. Tausend Gedanken schossen ihm stündlich durch den Kopf, und jeder einzelne dieser Gedanken war auf irgendeine seltsame Weise mit den ungewöhnlichen Gerichten, die er schon vor Wochen ahnungslos genossen hatte. Sollte er Schuldgefühle haben? Oder sollte er alles vergessen? Es war ihm kaum möglich einen Gedanken zu vollenden, ohne auf ein neues Problem zu stoßen.
Doch so sehr er sich auch anstrengte, war es ihm nicht möglich eine eigene Lösung zu finden. So beugte er sich seinem Schicksal und betrat acht Wochen nach seinem letzten Besuch das eigenartige Haus erneut. Scheinbar selbstsicher schritt er den Gang hinunter. Als er um die Ecke bog, sah er sofort das Mädchen, doch es warf ihm einen erstaunten, fast erschrockenen Blick zu. Sie hatte wohl nicht mit seiner Rückkehr gerechnet. Was sie jedoch so erschrecken lies, war der Umstand, dass er nicht allein war. Sie stockte und wollte schon loslaufen. Doch sein Blick nahm ihr die Furcht. Sie lächelte wieder und atmete erleichtert auf. Sie bediente noch ihre Gäste und schritt dann frohen Mutes auf ihn zu. Sie zeigte ihm und seinem Kollegen ihren Tisch und begleite sie zu ihrem Platz.

© Jan Jancik

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Original vs Photoshopped

Eine zweite Video-Slideshow die die Unterschiede zwischen dem Originalfoto und dem bearbeiten Bild präsentieren soll. Einige Änderungen sind zwar zT geringfügig, aber bei näherem Hinsehen, bzw. bei Vollbildbetrachtung in FullHD (1080p) gut erkennbar.

Ich habe wieder meine Canon 550D verwendet und die Bilder mit Photoshop CS5 und zum Teil mit Photoimpact X3 bearbeitet. Das Video wurde mit Adobe Premiere CS5 geschnitten und die Musik stammt von Cyndi Harvell aus ihrem Album „Photographs“. Das Schneiden des Videos war wohl, trotz 12 GB RAM, aufgrund der sensiblen und aufwendigen Blenden, zu aufwendig für meinen PC und lies das System abstürzen, was bisher noch mit keinem einzigen Video der Fall war, nichtmal bei 1080p HD Material.


Normale Belichtung vs HDR

Eine Video-Slideshow, die die deutlichen Unterschiede zwischen einem Foto mit normaler Belichtung und einem HDR Foto mit dem selben Motiv zeigt.

Die Fotos wurden mit einer Canon 550D DSLR Kamera geschoßen und anschließend mit Photomatix 4.0.2 zusammengefügt. Einige Motive wurden sogar nur in normaler Belichtungsstufe abgelichtet; die Über- (+2) und Unterbelichtungen (-2) wurden dann anschließend in Photoshop CS5 kreiert und dadurch zu „unechten HDR“ zusammengefügt. Die echten HDR Fotos weisen zwar eine größere Bandbreite in Punkto Belichtungsstufen auf, aber der Unterschied zur normalen Belichtung ist auch bei unechten HDR Bildern sehr deutlich sichtbar, wie man es sehr gut an den Screenshots aus Mafia II erkennen kann.


Panorama Fotos


Wien Oper

Wien Nationalbibliothek

Wien

Hörsaal Translationswissenschaftliches Institut

Hotel Academia Rezeption

Panorama Fotos, geschossen mit Hilfe der Panorama Funktion von Samsung Wave S8500. Für eine vergrößerte Darstellung einfach das Bild anklicken…


Betrunkene Tänzer am Metalfestival

Zwei Betrunkene geben sich einem Dance-Off hin und tanzen ihren Rausch aus. Das Material ist etwa sechs Jahre alt und wurde 2005 am Masters of Rock Festival, bei Vizovice, CZ, aufgenommen. Die Qualität ist deshalb dürftig, weil das Video mit einer gewöhnlichen kleinen Digitalkamera aufgenommen wurde.


Alte Bleistiftzeichnungen

Alle Zeichnungen stammen aus den Jahren 2002-2005


Der Tod der deutschen Sprache

Als gebürtiger Tscheche war meine Jugend, geprägt durch innere Rebellion gegen Hierarchie und Autorität, ein Kampf gegen das Deutsche. Ich wollte einerseits meine Herkunft nicht verleugnen, weshalb ich trotz gutgemeinten Ratschlägen von Lehrern das starke, rollende „R“ meiner Muttersprache nicht ausbessern wollte und  andererseits habe ich das internationalere Englisch stark bevorzugt. Mit der Zeit habe ich das Österreichische und die dazugehörige deutsche Sprache jedoch lieben gelernt. Selten ist eine Sprache bei richtiger Aussprache durch die unterschiedlichsten Stimmtypen so wohlklingend und rund wie die deutsche (dabei sei jedoch darauf hingewiesen, dass dies nicht zur Gänze von den verschiedenen regionalen Interpretationen der Sprache behauptet werden kann). Sogar das grammatikalisch einfachere und international verbreitetere Englisch kommt weder optisch, v.a. durch Ihren Mangel an der Großschreibung von Nomen, die dem Auge schmeicheln würde (wie es im deutschen der Fall ist), noch akustisch dem Deutschen nahe. Dies ist selbstverständlich eine subjektive und diskutierbare Sicht der Dinge. So wird die deutsche Sprache zB auch bis heute sowohl für satirische Darstellungen des Nationalsozialismus als auch leider für immer noch vorhandene ernstgemeinte Ansagen desselben Gedankenguts verwendet. Dies wirft auf keinen Fall gutes Licht auf diese Jahrhunderte alte Sprache. In einer Sache werden sich aber die meisten einig sein, die deutsche Sprache ist schön; zumindest war sie das noch vor nicht allzu langer Zeit. Die Tendenzen der letzten Jahre, v.a. im universitären Bereich drängen sie nämlich langsam mit beständiger Sicherheit an einen Rand des unlesbaren und unbrauchbaren Abgrunds.

Es wäre dazu sogar eine neutrale(!) Befragung aller Studenten und Universitätsmitarbeiter anzudenken, um herauszufinden in welchem Ausmaß das brachiale Gendern tatsächlich angenommen wird. Was nämlich allen bewusst sein müsste, ist die Tatsache dass Anti-Gender Bewegungen keine Anti-Emanzipation Bewegungen sind. Emanzipation ist eine großartige Sache, die ich sehr Befürworte, solang sie die notwendigen Ziele verfolgt und ihre Kraft stattdessen nicht daran verschwendet der deutschen Sprachkultur perverse Wortkonstruktionen wie „RechtsanwältInnenanwärterInnen“ oder „ÄrztInnenkammerpräsidentInnen“, anzueignen, den Zusatz „Frau“ zum geschlechtsneutralen „Man“ beizufügen oder das Ändern der Nationalhymne durchzusetzen. Frauen müssen gleichberechtigt sein, was auch heute leider immer noch nicht erreicht werden konnte. So verdienen Frauen in fast allen Arbeitsbereichen trotz gleicher Arbeitszeiten und identischer Ausbildung weniger als ihre männlichen Kollegen.
Dazu wird es bis heute noch immer nicht genügend respektiert und unterstützt, dass Frauen der Zukunft Leben schenken. Trotz Mutterschutz werden Frauen der Reihe nach entlassen nachdem sie ein Kind bekommen haben oder sobald man erfuhr dass die Frau schwanger war. Mal abgesehen von der Tatsache, dass dieser Umstand dazu führt, dass Paare immer öfter darauf verzichten Kinder oder zumindest mehrere Kinder zu bekommen, was eine drastische und gesellschaftspolitisch verantwortungslose Senkung der Geburtenrate zur Folge hat, ist diese Behandlung von Frauen verachtenswert und weit weg von fairer Behandlung. Diese und ähnlich Missstände müssten Frauenbewegungen, nein die gesamte Gesellschaft, bekämpfen. Faire Gleichberechtigung ist ein notwendiger und unabdingbarer Schritt in Richtung Zukunft, aber das Gendern der deutschen Sprache wird dabei niemandem helfen. Welcher Frau ist dabei geholfen, wenn sie statt einem Leserbrief einen LeserInnenbrief schreiben darf, wenn ihre Anliegen trotzdem nicht angehört werden? Sie bekommt weiterhin ein geringeres Honorar als ihr Kollege…

Jeder intelligenten und modernen Frau ist bewusst, dass sie durch die Verwendung des männlichen Neutrums weder benachteiligt, noch in ihren Rechten beschnitten wird. Die seltsamen genderbedingten grammatikalischen Wirren oder die optisch und sprachlich unschönen Großschreibungen in der Wortmitte hindern die Leser eher daran den Text als flüssig und angenehm zu empfinden. Doch mehr als die Leser und Leserinnen, die inzwischen über diese Genderkonstruktionen hinweglesen, stoßen sich die Autoren dieser Texte den Kopf am derzeitigen System. Das Verwenden einer Genderklausel und der damit verbundene Mangel am nachträglichen Gendern der eigenen Arbeit, hat des Öfteren einen Notenabzug zur Folge. Der Wunsch die schöne deutsche Sprache in seinen Texten zu erhalten wird also sogar bestraft und das Verwenden von unerwünschten Ausdrücken auferzwungen.

Die größte Frage bleibt also: Mit welchen Vorteilen ist das obligatorische Gendern denn verbunden? Auf der Seite gender-mainstreaming.net finden sich dazu folgende Punkte:

  • Die Gleichbehandlung der Geschlechter und das Recht auf gleiche Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen sind grundlegende Menschenrechte.
  • Die Gleichstellung von Frauen und Männern vergrößert die Gerechtigkeit in einer Gesellschaft, die zu annähernd gleichen Teilen aus Frauen und Männern besteht.
  • Die gleiche Teilnahme und Teilhabe von Frauen und Männern in allen Bereichen der Gesellschaft bedeutet die volle Verwirklichung von Demokratie.
  • Die gleiche Einbeziehung von Frauen und Männern in die Politik führt zu einer anderen, ausgewogeneren Politik und gesellschaftlichen Entwicklung.
  • Arbeit, Kreativität und Entscheidungsmacht auch von Frauen sind für die Wettbewerbsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft unverzichtbar.
  • Gleichstellung bedeutet in vielfacher Hinsicht für Frauen und Männer eine höhere Lebensqualität und mehr Entscheidungsfreiheit für die eigene Lebensgestaltung und zeigt für nachfolgende Generationen neue Lebensperspektiven auf.

All dies ist doch zu 100% zu befürworten und gehört unterstützt, doch wieso muss die deutsche Sprache darunter leiden? Inwiefern trägt dieses radikale „ver-gendern“ dazu bei diese Ziele zu erreichen? Bisher drängt die Tendenz eher dazu, dass man die Verfolger dieser Ziele nicht mehr ernst nimmt, da sie scheinbar nur daran interessiert sind einem jeden männlich klingenden Hauptwort ein großes „I“ und ein kleines „n“ anzuhängen. Ein solches radikales Vorgehen gegen die geschlechtsneutrale, nicht-diskriminierende und deutsche Sprache stößt zumeist nur gegen Unverständnis und „Kopfschütteln“. Die an der Macht sitzende Minderheit drängt aber daran dieses Vorhaben, trotz Unmutes der Betroffenen durchzusetzen. Egal ob man will oder nicht, muss man seine Sätze und Wörter gendergerecht umformulieren. Wieso kann dies nicht als Option ermöglicht werden, für diejenigen, die sich dann besser fühlen wenn sie solche Wortkonstellationen verwenden dürfen, ohne dass man alle dazu zwingt?

Mein Fazit: „Frauen vor!! Aber lasst dabei die deutsche Sprache in Ruhe!“